Tante Elfis Biedermeiersalon
Ein herzliches Grüß Gott aus dem GemeindebauMittagsflucht
Heute wollte ich um die Mittagszeit nur kurz zum Spar auf die Wollzeile gehen, als ich mich, getrieben durch wohlig warme Sonneneinstrahlung und unspezifische Kauflust, plötzlich bei einem gepflegten Bummel durch besagte Wollzeile wiederfand. Es gibt dort nämlich schöneschöne Sachen wie diverse Buchhandlungen und Papiergeschäfte (an dieser Stelle winkewinke an meine liebe Freundin Frau Kathi L.) und da ich ja heute mein fürstliches Gehalt bekommen hab, spricht ja nix dagegen, dieses postwendend an die Wiener Wirtschaft zurückzuführen
.
Aber ich schweife ab, denn diese Mittagsausflucht bestätigte mir mal wieder meine sentimentale Liebe zu „alten“ Geschäften und meinen Frust darüber, wie eines nach dem anderen still und leise verschwindet (obwohl ich persönlich ja genauso meine Teilschuld an deren Niedergang hab).
Jedenfalls hab ich heut bei meiner Mittagsausflucht aus Genossen Erwins Bastelstube ein Geschäft entdeckt, das mich extrem entzückt hat. Es handelte sich um einen Scherzartikel-Faschingszeugs-Perücken-Kostümverleih-Laden mit dem allerschrägsten, zum Teil auch unglaublich grindigen, Sortiment in der der Auslage. Die Perücken (bereits das Ansehen erzeugte bei mir gigantisches Kopfjucken) wurden von Schaufensterpuppenköpfen getragen, die ganz sicher noch aus den 70er Jahren stammen. Besagte Köpfe verfügten über riesige Glupschaugen a la Betty Boop und Gesichtern, die mit den eingefallenen Size Zero-Antlitzen der Puppen von heute aber auch gar nix gemein haben.
Jedenfalls war das alles so herrlich, dass ich mir zum Abschluss dieser für Leib und Seele bekömmlichen Stunde drei Bücher (eh nur billigste Mängelexemplare) und vier sehr gschmackige Marillen gegönnt hab.
Und diese Fliege die ich meine…
Frau Butterfliege stellte heute die Frage, ob es denn tatsächlich Butterfliegen gäbe. Leider bin ich keine Zoologin, aber ich denke, dass es in heimischen Breitengraden kein Flatterinsekt mit diesem Namen gibt. Mir bekannt ist neben der harmlosen, für sehschwache Menschen unsichtbaren Obst- oder Fruchtfliege lediglich die dicke Stubenfliege bekannt, die es manchmal auch mit Grünstich gibt.
Besagte dicke Stubenfliege ist Erzfeind und rotes Tuch der Mama Floh. Sobald so eine musca domestica lautschwirrend ihren Weg durch die geschlossene Fensterscheibe sucht, wird aus der sonst sanft und heiter Kaffees schlürfenden Mama Domestica eine rabiate Killermaschine, die bereit ist, unter allen Umständen dem „grauslichen Brummer“ (Zitat) den Garaus zu machen. Und wehe, die Brummerin hat ihre Verwandten mitgebracht!
Also, um zur Ausgangsfrage zurückzukehren: ich glaube, Butterfliegen gibt es nicht. Dennoch danke ich der Fragestellerin für diese anregende Thematik, denn weiß ich nun, dass Stubenfliegen einen so genannten Tupfrüssel und nicht wie andere Viecherln einen Stechrüssel haben, aber aufgrund des ähnlichen Aussehens leicht mit den so genannten Wadenstechern (die Gemeine Stechfliege, Stomoxys calcitrans) verwechselt werden.
Mahlzeit!
Fenstertag
Heut ist ein „Fenstertag“ und somit herrscht gespenstische Ruhe in Genosse Erwins Bastelstube. Ein paar Mal bin ich auf leisen Sohlen durch die Gänge geschlichen, um vergeblich ein Zeichen menschlicher Population aufzuschnappen. Fündig wurde ich erst im sonst überbelegten Buffet, wo nur drei einsame Herzen über der Qualitätsgazette „Österreich“ sowie einem schaumgupfigen Kaffeehäferl saßen.
Ich möchte daher in diesem Paralleluniversum sitzend die Zeit nutzen, um der lieben Frau Butterfliege einen schönen Ausflug nach Rumänien zu wünschen! Dass ich die Abreise meiner lieben mobilen Freundin Frau Petra S. eine Woche vorverlegt hab, ist mir unerklärlich, aber eindeutig ein weiteres Zeichen des Verfalls.
Den gestrigen 1. Mai hab ich übrigens in ehrwürdigem Andenken an den Genossen Bruno standesgemäß im Floridsdorfer Schrebergarten verbracht. Freundschaft!
Steh grad!
Weil sich Genosse Erwin sich so um seine Schäflein sorgt, gibts bei uns jetzt jeden Mittwoch das Programm „Rückenfit zur Mittagszeit“. Vielleicht werd ich heute diese Gynmnatikstunde besuchen, denn schlagen das Alter bzw. die Sünden der Jugend gnadenlos zu.
Seitdem ich als junges Mädchen für mein Befinden zu frühzeitig erblühte, lasse ich mehr oder minder unbewusst immer ein wenig die Schultern hängen. Von Mama Floh erhielt ich auf Grund dessen regelmäßig einen “dezenten“ Schlag auf die Schulterblätter, begleitet von einem liebevoll gehauchten „steh grad, oder willst ausschauen wie die kleine Susi“. (Anmerkung: die kleine Susi ist eine höckertragende alte Dame, die seit 40 Jahren vor ihrem Haus campierend das interessierte Dorfpublikum mit Neuigkeiten aller Art versorgt). So gut es geht, versuche ich mich ans Drohbeispiel der kleinen Susi zu erinnern und meine Wirbelsäule in die Senkrechte zu bringen.
Zu meinem Entsetzen muss ich nun bemerken, dass das leider nicht mehr so hundertprozentig geht, zumal es jedes Mal knirscht und knackt, wenn ich meinen Kopf 180 Grad zu drehen versuch. Im vergangenen Jahr ist mir mein Hals beim Aufwachen steckengebieben (Diagnose: akuter Schiefhals/Torticollis).
Jetzt ist es genug, jetzt hab ich ihn, den Salat: die ersten Schäden und Zeichen des Alters sind eingetreten…jetzt wird es allerhöchste Eisenbahn, dass ich zu einem Orthopäden gehe um dem Susischicksal zu entrinnen.
Abschließend möchte ich meiner lieben mobilen Freundin Frau Petra S. alles Gute und Schöne für ihre Reise nach Serbien wünschen! Kummans gsund wieda!
Schande oh Schande
Wo ist die Asche, die ich mir über den Kopf schütten kann? Gestern hatte mein Lini, die mit jedem Jahr übrigens jünger und strahlender wird
Geburtstsag und ich hab keinen Eintrag gemacht. Oh du blaue Nacht am Hafen, kannst du mir verzeihn?
Ansonsten war gestern nach dem Verlassen von Genossen Erwins Bastelstube ein sehr schöner Nachmittag, war ich doch mit der geliebten Frau Kathi L. ein bissl in der Stadt spazieren und die Papiergeschäfte des ersten Bezirks ausspionieren. Die Frau Kathi L. und ich haben nämlich eine ausgeprägte Vorliebe für Papierwaren und nur mein im Untergrund versandeltes Konto kann mich vom Erwerb des 73. Notizbuches abhalten.
Später haben wir dann den liebenden Gatten der Frau Kathi L., Herrn DI Bernd F., getroffen, welcher einem stets mit qualifizierter Ernährungsberatung zur Seite steht
. Gemäß der Annahme, dass Wien ein Dorf ist, trafen wir dann zufällig auf den lang nicht mehr ansichtig geworden Herrn Clemens R., der mir in meiner Zeit in der Sexyhousestreet sein Zimmerchen vermietet hat.
Dies bietet eine gute Überleitung zur Liste derjenigen Personen, die ich in letzter Zeit gegenüber Genossen Erwins Bastelstube getroffen habe. Es waren diese nun um einen Google-Eintrag reicherere Tini Kainrath von den Rounder Girls, Dirk Stermann, Natascha K. und zuletzt Sonja Kirchberger. Also, wenn auch Sie gesichtet werden wollen, kommen Sie zum Hotspot Stubenring
.
Ah ja, und in Richtung der guten Frau Butterfliege kann ich anmerken, dass es NICHT lustig ist, wenn der Kopf knackst.
Der Freitagmittagsdurchhänger
Heut ist ein gar grauslicher Tag in Genosse Erwins Bastelstube und nur der Genuß eines eisgekühlten chemischen Diätgebräus aus der Produktion des bösen rot-weiß-gewellten Konzernriesens kann mich vorm körperlichen und seelischen Untergang retten.
Was mich noch davor abhält, mit meinem Pfadfinderrucksack ins Sanatorium meines Vertrauens zu übersiedeln, ist der heute Abend stattfindende Besuch mit meiner Freundin Frau Butterfliege der gleichnamigen Oper. Ich gebe zu, dass meine Kenntnisse der klassischen Musik sich ungefähr im untersten Siebentel des Promillebereichs befinden und ich wenigstens einmal im Leben eine Oper von Anfang bis Ende gesehen haben will .
Der Besuch in der Volksoper vor einigen Jahren mit meiner lieben Freundin Frau Tanja D. (alias Hubsi Dschi) kann nämlich leider nicht gezählt werden. Frau Hubsi Dschi und ich hatten nach der Erkenntnis einiger gravierender Bildungslücken beschlossen, eine Vorstellung der „Lustigen Weiber von Windsor“ zu besuchen. Wir schafften aber nur die erste Halbzeit und stahlen uns leise, stll und heimlich in der Pause davon.
Heute wird ein derartiger Fluchtversuch wohl schwieriger zu bewerkstelligen sein, sitzen die Frau Butterfliege und ich nämlich im Parterre.
Ansonsten freue ich mich bekannt geben zu dürfen, dass der Klumpfuß meines Linis in Rückbildung begriffen ist.
PS: Da das mit den Links irgendwie nicht so klappt wie ich mir das vorstell, hier und ganz offiziell zwei besuchenswerte Seiten.
1. Das Reisejournal der lieben Frau Butterfliege http://nahunte.wordpress.com
2. Der entzückende Onlineshop des allerliebsten Klumpfußes www.schneeweiss-und-rosenrot.at
Mahlzeit!
Zum Beginn der heutigen Ausbgabe möchte ich mich recht herzlich beim Liebesduo für den erquicklichen mexikanischen Abend bedanken und zu Ströblis Kommentar respektive meiner Ehrenrettung anmerken, dass mich keiner mit dem Bayrischen Mistwagen fahren hat lassen, selbst wenn ich dies vorgeschlagen hätte
.
Auch aus anderer Sicht war der gestrige Abend ein Festival der Heiterkeit weil mir mein Lini, ihres insektenbedingten Klumpfußes wegen bei Hausarzt sitzend, mitgeteilt hat, dass sie eine Lottozahlenvision hatte, die ihr bei der gestrigen Ziehung einen glatten Dreier eingebracht hat. Ich bin stark dafür, dass mein Lini diese ihre Neubegabung forciert und ausbaut, denn irgendwer muss schließlich für mich sorgen, wenn ich mit 32 in Beamtenfrühpension geh
.
Ich werde mich nun wieder der Unbill meines Broterwerbs widmen um dem Genossen Erwin keine Schande zu bereiten
. Freundschaft!
Das Liebestrio auf Abwegen
Heute werde ich mich um 19 Uhr im Donauzentrum einfinden, um an einem fulminanten Comeback des Liebestrios teilzunehmen. Das Liebestrio besteht aus meiner lieben mobilen Freundin seit Kindergartentagen, Frau Petra S., und ihrem (selbstverständlich rein platonischen) Freund Herrn Andi V. und mir. Es begab sich, dass die drei eben Genannten 2005 die Lust zu einer Urlaubsreise an den schönen Hausmeisterstrand verspürten und in einer sonnigen Julinacht die Kutsche anwarfen um hinter den Brenner gen Italien zu düsen. Was dann folgte, wäre jedem Qualitäts-Weihnachtsfilm mit Chevy Chase durchaus ebenbürtig.
Bereits die die Ankunft in einer toskanischen Appartementanlage gestaltete sich desaströs. Das der Tante Elfi zugedachte „Kinderbett“ (Frau Petra S. und Herr Andi V. einigten sich auf ein gemischtes Doppel im Hauptraum) war ein urstrumpftantiges Ungetüm von der Bequemlichkeit eines Kalkalpenreliefs. Die nachfolgende Beschwerde bei der Gastgeberin wurde naserümpfig angenommen und was dann kam war ein Campingbett, nicht bereit, Tante Elfis üppige Rundungen aud Dauer zu ertragen, denn es klappte durchschnittlich zweimal pro Nacht auf mindestens einer Hälfte zusammen.
Auch der Rest des Urlaubes ist an Schrägheit, Pleiten, Pech und Pannen nicht zu überbieten. Mehr kann und will ich nicht erzählen, denn es liegt mir durchaus am Herzen, auch weiterhin die gelegentliche Gesellschaft des verbleibenden Liebesduos zu genießen.
Ich verbleibe daher mit einem herzlichen Freundschaft!
Die jungen Leiden des alten Floh
Heute ist ein besonderer Tag für den Papa Floh. Er wird nämlich nach Salzburg fahren und die Mama Floh holen, die dort die letzten drei Wochen auf Kur war. Mich freut das insbesonders, weil die väterliche Welt nun endlich wieder in Ordnung ist.
Der Papa Floh war nämlich sehr einsam die letzten Wochen, am Telefon hat er mich regelmäßig mit Aussagen wie „Na, des Alleinsein is nix für mi“, „Des is jo ka Zuastand ned“ , „Des moch ma nimmer“ und „heut hab ich im Keller meine Socken ausgekocht“ deprimiert.
Der nach eigenen Angaben einzige Lichtblick in dieser Düsternis des Junggesellenlebens war unsere Katze Mauzi, die sogar die Nächte im Haus (ich unterstelle sogar, im Ehebett) statt in ihrem 1a-Kellerappartement verbringen durfte. Unter dem Regiment von Mama Floh hätts das nämlich nicht gegeben.:)
Diversen Nachbarinnen und Tanten haben den einsamen Floh regelmäßig mit Mehlspeisen versorgt und kann es was Deprimierenderes geben, als sich sein Sonntagsschnitzerl singulär vom örtlichen Gasthaus zu holen, ohne der zitrönlichen Beträufelung durch die liebende Gattin.
Also irgendwas muss ich falsch gemacht haben, lebe ich doch seit vielen Jahren allein und bin noch nicht so derart elend als streunender Wolf zugrunde gegangen wie der arme Papa Floh…
Aber wie gesagt, heute hat sein Leiden ja ein Ende
Apropos, Leiden: so eben habe ich erfahren, dass mein armes Lini Opfer einer infamen Insektenattacke geworden ist und derzeit humpelnd das Leben durchschreitet. Ich wünsche baldige Genesung, damit das arme Lini bald wieder ihr Tanzbein schwingen kann, wenn wir ihren Geburtstag feiern! Busserl aufs Beuli!
Auch ich hab einen Mundl
Gestern hab ich in der Krone Bunt (jaja, steinigt mich) gelesen, dass grad der Mundfilm in Produktion ist. Da kommt natürlich Freude auf, liebe ich doch bis dato alles, was der Hinterberger-Feder entsprungen ist.
Immer wenn ich Mundl hör, muss ich an meinen Onkel Paul denken (im Volksmund Böööle genannt
. Der Onkel Paul ist angeheiratet, über 70 und alles was ich über ihn weiß (persönlich habe ich ihn seit zehn Jahren nimmer gesehen), find ich höchst erquicklich, weil total schräg.
Als junger Mann ist er mit einem Freund nach Australien gefahren, um dort Geld zu machen. Sie haben auf diversen Farmen gearbeitet und nach fünf Jahren ist der Böööle wieder heim, während der andere geblieben und stinkireich geworden ist. Das einzige Relikt aus der Zeit in Australien ist das ausgestopfte Krokodil, das auch heut noch seinem Zimmer diese einzigartige Heimeligkeit verleiht.
Zurück in Wien hat der Bööle dann meine Tante geheiratet, nach der Hochzeitsfeier die Verwandten zum Bahnhof gebracht und bei der Rückfahrt im Taxi vergessen, in welchem Hotel das Ganze stattgefunden hat. Es war das Hotel, in dem meine Tante E. gesessen ist und auf ihren Bräutigam wartend „des fangt jo guat an“ gedacht hat. Dennoch scheint die Ehe zu halten, Tante E. ist auch nach über 40 Jahren immer noch sein „Scheißerl“.
In den 60er Jahren hat sich der Onkel Böööle als Marktstandler auf dem Brunnenmarkt versucht. Erfolgreich war er nicht, weil er, statt Obst und Gemüse anzupreisen, auf seinem Stockerl sitzend Western- und Jerry Cotton-Romane gelesen hat.
Bööle ist ein glühender Sozialdemokrat, die rote Seidennelke samt Aufmarsch am 1. Mai ist Pflicht, er sammelt zu meinem Befremden unter anderem Wehrmachtsorden und ähnlich schönes aus der „guten alten Zeit“.
Es gäbe noch hunderte Geschichten mehr, aber so indiskret will ich dann doch nicht sein-aber lieben ihn alle, unseren Böööle Sackbauer